Bischof Gerhard Feige, Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, hat seine Heiligkeit Katholikos Baselios Marthoma Mathews III., Oberhaupt der Malankarischen Orthodoxen Syrischen Kirche am Freitag, dem 28. Februar 2025, in Berlin zu einem Gespräch getroffen.
Bischof Feige bezeichnete die Begegnung als ein wichtiges Ereignis für beide Kirchen. Sie bestätige und fördere die guten ökumenischen Beziehungen, die durch die jährlichen Dialogtreffen der katholischen Kirche und der Malankarischen Orthodoxen Syrischen Kirche bestehen. „Als Mitglied der Familie der Orientalischen Orthodoxen Kirche ist die Malankarische Orthodoxe Syrische Kirche auch in der Gemeinsamen Internationalen Kommission für deren theologischen Dialog mit der katholischen Kirche aktiv, sodass auch auf dieser Ebene ein regelmäßiges Zusammenkommen und ein fortwährender Austausch geschieht“, betonte Bischof Feige. Solche Dialoge und Begegnungen seien, so der Vorsitzende der Ökumenekommission, „ein sichtbares Zeichen für unsere Einheit in Christus. Auch wenn wir in verschiedenen Kirchen beheimatet sind, gehören wir doch zu dem einen Leib des Herrn“.
Ostern gemeinsam bezeugen
Im Zugehen auf Ostern, das im Jahr 2025 von den Kirchen der westlichen und der östlichen Tradition am selben Tag gefeiert wird, ermutigte Bischof Feige dazu, das Fest als gute Gelegenheit wahrzunehmen, gemeinsam den christlichen Glauben zu bezeugen, gerade auch vor dem Hintergrund des 1700-jährigen Jubiläums des Konzils von Nizäa, das die Christenheit in diesem Jahr begeht. „Möge der auferstandene Herr uns entgegenkommen, uns in allen Bedrängnissen des irdischen Lebens Hoffnung schenken und uns immer stärker in die Gemeinschaft mit ihm und untereinander führen“ – so sein österlicher Wunsch.
Der Katholikos besucht erstmals die Gläubigen seiner Kirche in Deutschland. Er wurde begleitet von Metropolit Abraham Mar Stephanos, der die Metropolie Vereinigtes Königreich, Europa und Afrika leitet. Als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz haben neben Bischof Feige Weihbischof Dr. Matthias Heinrich (Erzbistum Berlin) und Weihbischof em. Dr. Nikolaus Schwerdtfeger (Bistum Hildesheim) an der Begegnung teilgenommen.
Bedeutung der Diaspora
Bereits am Mittwoch war Weihbischof Dr. Peter Birkhofer (Freiburg) als Mitglied der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz mit dem Katholikos anlässlich eines Empfangs der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zusammengetroffen. Dabei hob Weihbischof Birkhofer in einem Grußwort die Bedeutung der Diaspora für den Glauben hervor: „Die Erfahrung, Minderheit in einem anders geprägten religiösen Umfeld zu sein, gehört zu den Ursprungserfahrungen der Christenheit. Eine solche Situation macht es schwerer, sich Gehör zu verschaffen. Aber sie kann den Blick für Räume öffnen, in denen die Botschaft des Evangeliums bezeugt und als Lebensanker verbunden werden kann“, so Weihbischof Birkhofer.
Hintergrund
Die Malankarische Orthodoxe Syrische Kirche gehört zur Familie der Orientalischen Orthodoxen Kirchen. Wie alle indischen christlichen Kirchen führt sie ihre Ursprünge auf den Apostel Thomas zurück. Der Sitz des Oberhauptes ist in Kottayam, Kerala (Indien). Weltweit gehören der Kirche ca. zwei Millionen Gläubige an; in Deutschland leben einige Tausend von ihnen.