Von Johanna Marin, Tag des Herrn
Seit sechs Jahren kreist das Wort „synodal“ durch katholische Medien und Gesprächsrunden. „Synode“ stammt aus dem Griechischen und lautet übersetzt „gemeinsamer Weg“. Das erklärte Ziel ist, dass sich Menschen in der Kirche gemeinsam auf den Weg machen, das Evangelium zu verkünden.
Das Bistum Magdeburg will diesen gemeinsamen Weg nun weitergehen. Bischof Gerhard Feige plädiert dafür, „im Hören aufeinander und auf das Evangelium nach dem Weg der Kirche zu fragen und das Evangelium in unserer Zeit zu leben“. 2022 beschlossen die Mitglieder des Bistumsrates, in Anlehnung an einen Textentwurf des Synodalen Weges, die Idee eines Synodalrates umzusetzen. Daher wurde der bereits seit 2008 existierende Bistumsrat 2024 aufgelöst und soll 2025 als „erweiterter Bistumsrat“ mit neuem Leben gefüllt werden.
Vielfältige Zusammensetzung
Erweitert, nicht im Sinne von „mehr“, sagen die Wahlausschussvorsitzenden Heidi Klimmasch und Stephan Werner, die die Wahl der ehrenamtlichen Mitglieder aus den Pfarreien organisiert haben – sondern im Sinne von „vielfältiger“: Wo bisher fast ausschließlich Hauptamtliche tätig waren, werden nun auch 14 gewählte Ehrenamtliche mit beraten und entscheiden.

Die insgesamt 40 Mitglieder des Rates besprechen unter anderem pastorale Perspektiven, Gremienstrukturen und Personal- sowie Finanzplanungen, die das gesamte Bistum betreffen. Dabei ändert sich nicht nur die Zusammensetzung des Rates, erklärt Heidi Klimmasch, sondern auch die Kompetenz: „Der bisherige Bistumsrat war eher in beratender Funktion tätig. Der erweiterte Rat soll auch Mehrheitsbeschlüsse fassen.“ Diese werden dem Bischof mit der Bitte um Inkraftsetzung vorgelegt.
Zusammensetzung und Aufgabenbereiche des neuen Rates wurden vom „alten“ Bistumsrat selbst erarbeitet und nach Rücksprache mit anderen Gremien und Räten im Bistum beschlossen. „Der Entstehungsprozess war nicht immer einfach“, sagt Heidi Klimmasch, da unter anderem viele der Hauptamtlichen nun nicht mehr selbst im Bistumsrat sitzen werden.
Jugend und andere Nationalitäten
Für den Bistumsrat konnten Katholiken ab 16 Jahren kandidieren, die nicht hauptamtlich im Bistum arbeiten. Dem Rat gehören außerdem der Bischof, der Generalvikar sowie Vertreter anderer katholischer Gruppierungen wie Ordensgemeinschaften und Caritas an. Auch Jugendverbände und Pfarreien haben Jugendliche in den Rat entsendet. Außerdem sind zwei anders-muttersprachliche Personen in den Rat berufen, um die Perspektive anderer Nationalitäten einbringen zu können.
Heidi Klimmasch hofft, dass dieser erweiterte Bistumsrat eine neue Dynamik ins Bistumsleben bringt: „Ich wünsche mir, dass die Mitglieder Impulse der Menschen aus den Pfarreien und Gemeinden einbringen und neue Ideen entwickeln.“